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16 Tage im Wiederaufbau
| 30. August 2010
Unser Projekt Mountainbike 6000 ist für Martin und mich schon lange in den Hintergrund getreten, denn die Folgen der Naturkatastrophe in Ladakh hat uns voll in Beschlag genommen. In den ersten Tagen holten wir uns Blasen an den Händen, als wir in Leh ein Internat vom Schlamm befreiten. Später merkte ich, dass bisher nur vom Ausmass der Katastrophe in der Umgebung der Region Leh gesprochen wurde. Ich schloss mich der Ladakh Buddhist Association (LBA) an und sammelte Informationen in abgelegenen Dörfern in der Sperrgebieten an der pakistanischen Grenze. Dank den grosszügigen Spenden der Reformierten Kirche des Kantons Zug und der Stadt Zug konnten wir nebst der Soforthilfe auch eine Spendenfonds für 13 stark betroffene Familien mit insgesamt über 100 Personen einrichten.Um 7 Uhr morgens stand ich mit Ringzin vor dem Modern Bazar. Gemeinsam hatten wir eine erste Hilfelieferung für die Region Sham/Baltik organisiert. Unser Ziel war e,s Informationen über das Ausmass der Flut in diesen kleinen Dörfern zu sammeln. „Ein grosses Problem bleibt uns", sagte ich vor der Abfahrt zu Ringzin, „ich darf als Ausländer diese Region ohne Spezialerlaubnis nicht betreten."
Ringzin lachte nach einer kurzen Gedankenpause und antwortete: „Mache dir keine Sorgen mein Freund, wir sind in einem LBA Auto unterwegs, wir halten an keinen Kontrollposten an und niemand wird es wagen uns zu stoppen".
Nach unserem Budget planten wir circa 40 Personen zu unterstützen, doch schon im ersten Dorf musste ich diese Idee begraben. In Achina Thang, ca. 130 km von Leh entfernt, stoppten wir ein erstes Mal. In einem engen, felsigen Tal zieht sich der Dorfteil Achina Lungba in die Höhe. Was ich in Achina Lungba sah, übertraf meine bisherigen Vorstellungen von Naturgewalten. Eine schmaler Fahrweg zog sich in den Felswänden ins Tal nach hinten, unter uns ein kleiner, idyllischer Bergbach. Gute 15 Meter stand ich über dem Talboden, als ich einen grossen Baumstamm nahm, der mitten auf dem Weg lag. Meine Begleiter der LBA blieben stehen und schüttelten den Kopf. Erst dadurch realisierte ich von wo der Schlamm überzogene Baum kam.
Die Flut hatte eine derartige Wucht, dass sie stellenweisen 15 Meter hoch kam und alles mit sich riss, was nicht fest war. Die Bewohner hatten Glück im Unglück. Als die Flut um sieben Uhr abends durch das Tal donnerte, waren die meisten Menschen noch auf den Feldern. Es gelang ihnen gerade noch ihre Kinder mit sich zu reissen und durch die Felswände in der Berge zu steigen. Die Flut hinterliess nichts als Schlamm und Steine. Felder, Häuser, Tiere und Maschinen sind für immer spurlos verschwunden. Nachdem auch die Felder fortgespült sind, gibt es für diese Menschen keine Zukunft in ihren Dörfer, der verlorene Boden wurden über hunderte von Jahren fruchtbar gemacht und ist nun fort. Den Menschen bleibt nichts, sie müssen ihre Dörfer mit einer ungewissen Zukunft verlassen. Wir konnten Ihnen eine ganz kleine Sicherheit geben, einen kleinen Anteil in einem Fonds für ihre Zukunft.
Gerne nehmen wir Spenden entgegen, um den betroffenen Familien zu helfen. Die Spendenbox befindet sich auf der Startseite rechts oben!











