Die Gefahren der Höhe
| 18. Juli 2010
Wir sind nun schon fast eine Woche im Himalaya und befinden uns noch immer in der kritischen Phase der Akklimatisation. Einer meiner Begleiter musste die Reise bereits nach drei Tagen abbrechen, weil sich bei ihm ein Lungenödem bildete. Durch den Druckunterschied sammelte sich Blut in seiner Lunge. Eine Worst Case Situation, die zeigt, dass die Gefahren der Höhe nicht zu unterschätzen sind!Unser Sicherheitskonzept hat sich jedoch bewährt: Wir erkannten die ersten Anzeichen für das Ödem sofort und gingen ins Krankenhaus, wo sich ein einheimischer Arzt um unser Teammitglied kümmerte und die richtige Diagnose stellte. In Absprache mit dem Arzt der Versicherung hier in der Schweiz organisierten wir innerhalb von drei Stunden seinen Abflug. Mittlerweile ist er zurück in der Schweiz und fühlt sich „pudelwohl".
Wir haben Leh mittlerweile verlassen und die Hotelbetten mit Mätteli und Schlafsack getauscht. Das Wetter ist hervorragend, am Tag wird es bis 27 Grad warm (nur in der Nacht fällt das Thermometer auf 0 Grad und wir sind froh über unsere warmen Kleider im Gepäck). Dank den warmen Temperaturen schmilzt auch endlich der Schnee. Dafür führen aber die Bäche immer mehr Wasser, was es uns nicht immer leicht macht, sie zu überqueren.
Nachdem wir heute drei 5000er Pässe überquert haben, von denen ich zwei vollständig befahren konnte, übernachten wir auf 5060m über Meer. Allerdings sorgen hämmernde Kopfschmerzen dafür, dass es nicht allzu gemütlich wird. Auch das eine „Nebenwirkung" der Höhe. Mit der richtigen Atemtechnik lassen sich aber mehr rote Blutkörperchen bilden: Drei Sekunden einatmen, drei Sekunden halten - das ist die beste Medizin gegen die Schmerzen.








