Letzter Rekordversuch
| 09. August 2010
Seit der Katastrophe in Leh vom Freitag zerbrechen wir uns den Kopf darüber, ob wir den Rekordversuch abbrechen sollen. Wir haben zwar noch genügend Vorräte und Kochsprit für eine Woche, aber das Wetter ist anhaltend schlecht und der moralische Druck ist riesig.Als Erstes klärten wir denn auch ab, wie es den Angehörigen unserer einheimischen Begleiter geht. Dafür sind wir mit dem Jeep an den Tso Kar See gefahren, da es dort gute Verbindung mit dem Satellitentelefon gibt. Wir haben grosse Achtung davor, wie die Menschen hier mit der Katastrophe umgehen. Die Kinder der Nomaden, die hier oben leben, gehen alle in Leh im Stadtteil Choglamsar zur Schule. Choglamsar wurde komplett zerstört und die Nomaden haben noch keine Nachricht von ihren Kindern, trotzdem bleiben sie ruhig. Ihre tapfere Haltung ist inspirierend: Wir haben keinen Grund in Panik auszubrechen, wenn Menschen neben uns solche Sachen durchmachen.
Freitag und Samstag sind wir im Camp geblieben, da es momentan kein vor und zurück gibt, die Strassen sind grösstenteils zerstört. Nur Herumsitzen macht uns aber fertig, deshalb haben wir uns gemeinsam mit unseren Begleitern dazu entschieden, noch etwas zu versuchen, bevor wir nach Leh zurückkehren.
Gestern bin ich alleine bis auf 5500 Meter, kam aber in einen Hagelsturm. So etwas habe ich noch nie erlebt! Das Wetter ist seit Tagen schlecht, wir befinden uns immer noch mitten in Gewitterstürmen. Auch der Wasserstand der Flüsse ist hoch, Donnerstagnacht mussten wir 3 Stunden graben um einen Fluss umzuleiten, damit das Camp nicht unter Wasser stand.
Heute starten wir noch einen letzten Versuch, dann kehren wir zurück nach Leh.
Aufgezeichnet von Mirjam Fuchs.








