Überschatteter Sechstausender-Rekord
| 10. August 2010
Claude hat gestern die Sechstausender-Marke geknackt: Er fuhr mit seinem Mountainbike bis auf 6002 m ü. M. Damit ist er der Erste, der einen Sechstausender im indischen Himalaya komplett befahren hat. Die heutige 16 km lange Fahrt war alles andere als ein Sonntagsspaziergang, denn für einen gültigen Rekord war weder Tragen noch Schieben des Bikes erlaubt. Um das zu schaffen, musste er selbst einen Weg durch den Schotter finden und fuhr den Berg schliesslich im Zickzack-Kurs hoch. Ab 5800 m hatten wir extrem viel Schnee, was die Fahrt noch beschwerlicher machte, die 6002 m waren das absolute Maximum, das bei diesem Wetter möglich war. Claude sass 98 Prozent der Strecke im Sattel. Hut ab vor dieser Leistung!
Ich habe ihn auf den Sechstausender hinauf begleitet und das Ganze fotografisch festgehalten. Oben war aber keine Zeit um uns auszuruhen, denn ein Hagelsturm zwang uns zur schnellen Rückkehr ins Camp. Die Freude über den gelungenen Sechstausender-Rekord wird überschattet von den tragischen Ereignisse in Leh. Wir sind froh, dass es geklappt hat, aber wir machen uns sehr grosse Sorgen um den Verlieb unserer Freunde und den Zustand der Stadt. Sobald wir zurück in Leh sind, werden wir versuchen, die Einheimischen nach allen Kräften zu unterstützen.
Heute ruhen wir uns noch einen Tag im Camp aus, dann versuchen wir zurück nach Leh zu kommen. Der Zustand der Strassen ist ungewiss, ein Teil des Leh-Manali-Highways sei zerstört, wir wissen aber nicht, in welchem Ausmass. Zum Glück haben wir einen Jeep für Notfälle dabei, das kommt uns jetzt sehr entgegen, sonst müssten wir den ganzen Weg mithilfe der Lastpferde und zu Fuss gehen. Allerdings reicht unser Dieselvorrat nur bis zum Highway - wir hoffen, dass auch Tanklastwagen stecken geblieben sind oder das wir den Jeep sonst wo auftanken können.
Aufgezeichnet von Mirjam Fuchs.








